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Weiterbildung gemäß DÄGO-Standard

Osteopathische Ausbildung in Deutschland
Um für Patienten Sicherheit und eine hohe Behandlungsqualität zu gewährleisten, tritt die DÄGO für höchstes Niveau bei ärztlichen und nichtärztlichen Osteopathen ein. 

In Deutschland erfolgt die Ausbildung zum Osteopathen an privaten Instituten und Hochschulen. Die Osteopathie-Ausbildung erfolgt zum einen berufsbegleitend auf der Grundlage eines Gesundheitsberufes und zum anderen seit 2012 als grundständiges Studium an einer Hochschule. Die berufsbegleitende Ausbildung zum Osteopathen umfasst derzeit fünf Jahre mit 1350 Stunden (BAO-Standard), davon 700 osteopathische Stunden. Für ärztliche Osteopathen ist der EROP-Standard mit 700 osteopathischen und mehreren Tausend medizinischen Stunden das Qualitätsmerkmal.

Die Novellierung der Musterweiterbildungsordnung MWBO
Die DÄGO setzt sich seit 2013 für die Schaffung des Facharztes „Osteopathische Medizin“ über die Bundesärztekammer (BÄK) mit folgenden Argumenten ein. 

Die Osteopathische Medizin ist eine medizinisch wissenschaftliche, patientenzentrierte Fachrichtung mit Primärkontakt, die sich durch Beachtung der wechselseitigen Beziehung von Struktur und Funktion des Menschen auszeichnet und die angeborene Fähigkeit zur Selbstheilung (Autoregulation) fördert. Sie sieht den ganzen Menschen als systemische Einheit, die prinzipiell manuell behandelt wird. 

Die Osteopathie wurde 1874 von dem amerikanischen Arzt Andrew T. Still in den USA erstmals universitär vorgestellt. Sie entwickelt sich entsprechend dem evidenzbasierten und wissenschaftlichen Fortschritt ständig weiter. Die wissenschaftlichen Grundlagen wurden und werden als osteopathische Prinzipien formuliert.

Die Osteopathische Medizin umfasst die Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Menschen in jedem Alter. Funktionelle Störungen der Gesundheit werden unter Beachtung aller differentialdiagnostischen Prämissen präventiv, kurativ oder palliativ behandelt, wobei salutogenetische Ressourcen eingesetzt werden. Die Osteopathische Medizin ist eine Erweiterung und Ergänzung der klassischen Medizin im Kontext einer interdisziplinären und integrierten Patientenversorgung.

Die Osteopathische Medizin beinhaltet insbesondere eine umfassende manuelle Untersuchung, Diagnostik und Therapie von Gesundheitsstörungen. Didaktisch wird dies wie folgt vereinfacht gegliedert: Dysfunktionen im muskuloskelettalen System (biomechanisch, parietal), dem viszeralen System (viszeral) und dem peripheren und zentralen Nervensystem (kraniosakral). In der Realität und in der Behandlung verschwimmen diese Grenzen.